Die Evangelische Kirche in Großsachsen

 Quelle: Linda Gierich / ZfK

Quelle: Linda Gierich / ZfK

Der weit sichtbare historische Zwiebelturm macht die Kirche schon von Außen zu etwas Besonderem – aber er verrät nicht, wie modern die Kirche von Innen aussieht. Das Miteinander wird in der Evangelischen Kirchengemeinde Hirschberg-Großsachsen sehr groß geschrieben, was sich eben auch architektonisch widerspiegelt.


Man weiß, dass bereits im Jahr 1606 eine Chorturmkirche mit Altar im Bereich des heutigen Chors gestanden hat. Diese wurde aufgrund kriegerischer Unruhen mehrfach zerstört. Im Laufe der Jahre zerfiel der Kirchenbau, da man nichts zu seiner Instandhaltung getan hatte. 1724 wurde er durch einen größeren Neubau ersetzt. Dessen Errichtung ging schnell, jedoch nicht sachgerecht voran. Kurze Zeit später fegte ein Sturm über das Dorf hinweg, woraufhin der Kirchturm in sich zusammenfiel. Dabei wurden Teile des Gebäudes zerstört. Im Jahr 1760 erbaute man die Kirche, die die Gemeinde in Großsachsen noch heute erfreut. Ihr äußeres Bild, mit dem wohl schönsten Kirchturm der Bergstraße, hat sich seitdem nicht mehr verändert.

Da vor der Kirche viele Birken standen, musste man 1964 eine umfangreiche Renovierung vornehmen. Die Wurzeln der Bäume waren in den Kirchenraum hineingewachsen. Man entdeckte die Wurzeln sehr spät, da während dieser Zeit ein Holzpodest über den Kirchenboden verlief. Im Rahmen dieser Renovierung gestaltete man das Kircheninnere stark um – viele Kritiker meinten zu stark. Im Jahr 2005 versuchte man durch einen behutsamen Rückbau, die „Bausünden“ von 1964 zu beseitigen. Mit diesem Schritt änderte sich Innere der Kirche grundlegend. Die Einheit der Gemeinde sowie der reformatorische Gedanke haben hierbei eine zentrale Rolle eingenommen. So wurde beispielsweise großer Wert auf die Querausrichtung der Kirchenbänke gelegt: „Durch diese Anordnung können wir einander sehen und wahrnehmen“, erklärt Simone Britsch, Pfarrerin der Kirchengemeinde Hirschberg-Großsachsen. Man hat sich zudem ganz bewusst für Kirchenbänke anstatt für Stühle entschieden, und das Kirchenschiff nicht maximal mit Bänken ausgestattet. „Auf diese Weise rücken wir in jedem Gottesdienst eng zusammen“, berichtet die Pfarrerin.
 
„Jetzt sind wir eine Gemeinde"

Das Geländer der Empore war vor dem Umbau blickdicht. Wer auf der Empore saß, war aus dem Blickfeld der anderen Gottesdienstbesucher verschwunden. Selbst der Pfarrer oder die Pfarrerin konnte die Menschen auf der Empore nur von der Kanzel aus wahrnehmen. Die Gemeinde musste ihre ganze Überredungskunst einsetzten, um das Denkmalschutzamt davon zu überzeugen, ein durchsichtiges Geländer zu genehmigen. Pfarrerin Simone Britsch ist froh. „Jetzt sind wir eine Gemeinde, jeder kann jeden sehen“. Auch die Orgel hat von dem durchsichtigen Geländer profitiert und ist nun in ihrem vollen Glanz zu sehen.

Der runde Altar, der Taufstein, das Rednerpult sowie ein Triptychon entstanden im Rahmen eines Kunstwettbewerbs, der anlässlich der Renovierung veranstaltet wurde. Der Altar hat eine runde Form und ist damit weit und breit der einzige seiner Art. Er besteht zu drei Vierteln aus Sandstein und zu einem Viertel aus Stahl. Die Kirche in Großsachsen erhielt übrigens erst mit dieser Renovierung einen Taufstein. Zuvor wurde eine Schale aus Zinn verwendet. „Es war schön, dass immer einer der Paten die Schale halten konnte, jedoch hat die Symbolik des Taufsteins diesmal überwogen“, erklärt die Pfarrerin. Aus zwei steinernen und einer stählernen Tafel besteht das Triptychon. Die Steintafeln sollen an die zehn Gebote erinnern. Die Gebote sind aber bewusst nicht auf den Stein geschrieben, da sie im Herzen verinnerlicht sein sollen. Die Tafel aus Stahl enthält die Wörter Jesu Christi „Ich bin das Licht der Welt“.

Zeugen aus der Vergangenheit
 
Neben den modernen Komponenten sind in der Kirche auch noch vereinzelte Barockelemente finden: Die Kanzel, die Säulen der Empore sowie die Türen, welche zu den zwei Kammern der Kirche führen, sind in einem authentischen mintgrünen Farbton gehalten und mit goldenen Linien verziert.

Dort, wo heute das Pfarrhaus steht, lag früher übrigens ein Friedhof. Martin Stöhrer, dessen Vater vor vielen Jahren Pfarrer in der Kirchengemeinde Hirschberg-Großsachsen war, erzählt, dass er früher beim Spielen im Garten immer wieder auf Knochen gestoßen ist.

(Linda Gierich, ZfK)
 
 

Deutung der Kirchenfenster

Entwurf: Klaus Stöhrer, Großsachsen, 1965 - Herstellung: Derix, Düsseldorf

Die drei Fenster wollen das Glaubensbekenntnis, das Bekenntnis zum Dreieinigen Gott im Blick auf sein Werk in Schöpfung, Erlösung und Heiligung darstellen.

 
I. Schöpfung - 1. Mose 1,1
 
 Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg

links vom Altar: Schöpfung - 1. Mose 1,1

Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Gott ist das „A und 0, der Anfang und das Ende", der Ewige. ,,Wir glauben, dass er Himmel und Erde geschaffen und auch mir mein Leben gegeben hat". Früher hat man Gott so dargestellt, wie das Heidentum es mit seinen Göttern tat, in übergroßer, doch menschlicher Gestalt. Kann man das? .,Niemand hat Gott je gesehen". Für Gott wurde daher ein symbolisches Zeichen, ein Sinnbild verwendet, das Auge im Dreieck.
 
Das Auge des dreieinigen Gottes durchdringt alles, ihm ist nichts verborgen, er ist überall gegenwärtig. ,,Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge". Die Welt ist sein Werk. Er ist Schöpfer allen Lebens auf unserer Erde und anderswo. Es gibt über unserem Leben kein blindes Schicksal. .,Ich glaube, dass Gott alles in seiner Hand und Gewalt hat und so fügt, dass es mir und seinem ewigen Reich zum Guten dienen muss". Davon also will dieses Fenster etwas sagen, von „Gottes Schöpfung".
 

II. Erlösung - Matthäus 20,28
 
 Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg
hinter dem Altar: Erlösung - Matthäus 20,28

Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.
Zum menschlichen Leben gehören Leid und Tod. Und dennoch können wir ohne Angst in die Zukunft hineingehen, weil „Jesus Christus dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium." Von seinem Leiden und Sterben her wird der Weg zu Gott hin bereitet. Wir glauben, dass wir mit dem Gekreuzigten leben werden. Das blutig rote Tuch am Kreuz und die Dornenkrone darüber weisen auf ihn hin. Zu ihm haben die Christen aller Jahrhunderte aufgeschaut in den freud- und leidvollen Stunden ihres Lebens. Deshalb sehen wir unter dem Kreuz viele Augen, Menschenaugen, unsere Augen (?), die aufblicken zu ihm, der am Kreuze starb, und die darum, mag die Zukunft auch noch so dunkel erscheinen, jubeln können: .,dein Tod ist unser Leben ... ". Und so bekennen wir mit Martin Luther: "Ich glaube, dass Jesus Christus mein Herr und Heiland ist, der sich für mich am Kreuz geopfert und dadurch erlöst hat, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut ... " Dies Opfer ist für uns Menschen „ein für allemal" gebracht worden. ,,Jesus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit". Das ist die Mitte unseres Glaubens. - Das mittlere Fenster will so die durch Jesus Christus geschehene „Erlösung" deuten.
 
 
III. Heiligung - Röm. 8,9
 
 Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg
rechts vom Altar: Heiligung - Röm. 8,9

Quelle: Dorothea Burkhardt, Medienzentrum Heidelberg

Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
Neben Schöpfung und Erlösung, den Werken Gottes, die gleichsam in der Vergangenheit liegen, sprechen wir auch von seinem gegenwärtigen Werk, vom Werk des Heiligen Geistes. Da ist das Auge Gottes, darunter die Königskrone unseren Herrn Jesus Christus, die Dornenkrone, und dann unter beiden die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes. Der Geist, der vom Vater und vom Sohn ausgeht, ruft uns zur Gemeinde. Als Wirkung des Geistes auf Erden sehen wir daher eine Kirche angedeutet und darum dicht gedrängt Häuser. Unsere Kirche und unser Dorf im Zugriff des Heiligen Geistes. Denn nicht unser eigener Geist hat uns auf diesen Weg zu Gott gebracht, sondern „der Heilige Geist hat uns durch das Evangelium berufen". Aber geheiligt durch Gott legen wir nicht die Hand in den Schoß, sondern tun etwas, als menschliche Antwort. Der Glaube wird in der Liebe tätig, tut sich „in Wort und Werk und allen Wesen" unseres Menschseins kund. Dem Gnadenwirken des dreieinigen Gottes von oben nach unten entspricht die Antwort der Gemeinde, die von der Erde zum Himmel dringt im Gotteslob und in der helfenden Tat. Dieses Doppelwerk des Heiligen Geistes nennen wir „Heiligung". Ich glaube, dass der Heilige Geist des Vaters und des Sohnes uns in seine Gemeinde beruft.
 
(Klaus Stöhrer, Künstler)
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